In Verbundenheit

Gedanken - Gebete - nachbarschaftliche Unterstützung

Wiederbeginn der Gottesdienste

Seit dem 21. Mai feiern wir wieder Gottesdienste und Andachten in der Gethsemane-Kirche.

Aus Vorsicht und Rücksichtnahme bitten wir alle Besucherinnen und Besucher, rechtzeitig zu kommen, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und sich nur auf die zugewiesenen Plätze zu setzen (Familienmitglieder dürfen zusammensitzen). Es wird vorerst leider nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen zur Verfügung stehen.

Auf die Feier des Abendmahls werden wir vorerst verzichten. Gemeindegesang ist derzeit nicht möglich. Die Gottesdienste werden durch abwechslungsreiche Kirchenmusik bereichert!

Termine zur Wiederaufnahme von KinderKirche und Krabbelgottesdiensten sind derzeit noch nicht planbar.

Liebe Gemeindemitglieder,
liebe Verbundene mit unserer Kirchengemeinde!

Im Garten meiner Nachbarin steht ein Apfelbaum. Ein alter Baum mit knorrigem Stamm. Viele Stürme hat er schon überstanden.
Seit Tagen beobachte ich, wie er Blüte um Blüte austreibt.
Weiße Blüten mit einem zarten rosa-roten Rand. Wie kleine Wölkchen sind sie an die Äste gemalt. Ich liebe diese Apfelblüte. Sie erfüllt mich mit Freude über den Frühling, in dem das Leben, die Natur mit einem wunderschönen Schauspiel erwacht.

Doch dieses Mal ist alles anders. Ich blicke auf den Baum und seine knospenden Blüten und ich bin in Sorge. Wie wird es sein, wenn die Blüten beginnen sich zur Frucht zu verwandeln?
Ich denke, vieles wird anders sein als bisher. Einiges, was uns vertraut ist, wird nicht mehr selbstverständlich sein. Das Virus wird auch in der Zeit der Apfelreife noch da sein. Und dann fällt mir ein Satz ein, der vielfach Martin Luther zugeschrieben wird: „Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen“.
Dieses Wort tröstet und erdet mich, indem es mich verwurzelt in Gottes Schöpfung und auf Gott hin ausrichtet. Denn er hat uns das Versprechen gegeben, dass er seine Schöpfung, seine Erde, seine Menschen bewahren wird. Die Geschichte von der Sintflut ist ein schönes Beispiel dafür.
Gott überlässt seine Schöpfung nicht dem Untergang.

Im Buch Jeremia lese ich diesen Hoffnungs- und Trostvers:

Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leidens, dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet.“ (Jeremia 29,11)

Und da fällt mir ein: Im Keller steht noch eine gut gefüllte Apfelkiste!

Die Früchte der Apfelblüte aus dem letzten Jahr. Daraus hole ich mir einen Apfel, wasche und poliere ihn, schneide ihn genussvoll auf und freue mich auf den süßen Geschmack der Reife – in der Zuversicht, dass Gott uns auch in diesen schwierigen Tagen begleitet.

Bleiben wir verbunden im Gebet, im Herzen, in Gott.
Ihre / eure Diakonin Elke Beutner-Rohloff

Osterbaum vor der Gethsemane-Kirche

Jede und jeder war eingeladen, ein Ei an den Osterbaum zu hängen und so ein gemeinsames Glaubens- und Hoffnungszeichen zu setzen.
Viele unterschiedliche Ostereier kamen während der Feiertage zusammen!

Schon in der alten Kirche galt das Ei als Sinnbild des Lebens und der Auferstehung und wurde auch Verstorbenen mit ins Grab gegeben. Die fest geschlossene Schale symbolisiert das fest verschlossene Grab, zugleich auch die „Wiege“ des neuen Lebens. Das aufgebrochene Ei steht für die Auferstehung. Der gelbe Dotter versinnbildlicht die Sonne, die ihrerseits für Christus steht. Sein Licht und seine Wärme besiegen die Finsternis.

Gedanken zu Ostern

Es glänzt das rote Ei

Wir sind immer noch im österlichen Festkreis.

Kurz vor Ostern ist mir ein Gedicht von Ferdinand von Saar gegeben worden. Ich kannte diesen österreichischen Schriftsteller vorher nicht. Jetzt weiß ich: Er lebte von 1853 bis 1906 und musste viele schwierige Lebensphasen durchschreiten.

Das vorliegende Gedicht ist wie ein Aufbäumen gegen alle Dunkelheit. Es lohnt sich das Gedicht mehrfach zu lesen, laut und leise, zu unterschiedlichen Zeiten. Manchmal braucht es eine Zeit, bis es Ostern wird und sich der Lebenskreis für eine tiefe Freude öffnet …

Ihr Pastor Radewaldt

Ja, der Winter ging zur Neige,
holder Frühling kommt herbei,
lieblich schwanken Birkenzweige,
und es glänzt das rote Ei.

Schimmernd wehn die Kirchenfahnen
bei der Glocken Feierklang,
und auf oft betretnen Bahnen
nimmt der Umzug seinen Gang.

Nach dem dumpfen Grabchorale
tönt das Auferstehungslied,
und empor im Himmelsstrahle
schwebt er, der am Kreuz verschied.

So zum schönsten der Symbole
wird das frohe Osterfest,
dass der Mensch sich Glauben hole,
wenn ihn Mut und Kraft verlässt.

Jedes Herz, das Leid getroffen,
fühlt von Anfang sich durchweht,
dass sein Sehnen und sein Hoffen
immer wieder aufersteht!

Ferdinand von Saar

Das Heil ist nicht aus der Welt

Liebe Gemeindeglieder in den Kirchengemeinden der hannoverschen Landeskirche,

es gibt nicht viele Gelegenheiten, zu denen wir uns Weinen in der Öffentlichkeit erlauben. Doch in den zurückliegenden Wochen der Angst und Unsicherheit hat sich etwas verändert. In diesen Wochen habe ich viele Tränen gesehen: Da weint jemand aus Angst, seine berufliche Existenz zu verlieren. Jemand ist in Sorge um die Tochter, die im Ausland lebt, und bei einer Dritten rollt eine Träne hinab, weil sie ihre Eltern im Pflegeheim nicht besuchen kann. Es ist eine traurige Passionszeit.

Wir müssen unsere Tränen nicht verstecken. „Gott, sammle meine Tränen in deinen Krug“, heißt es in einem alten Gebet, im 56. Psalm. Wenn wir schon weinen müssen, wenn wir uns verlassen fühlen, dann dürfen wir Gott bitten: Sammle unsere Tränen und mach sie zu deinen!

In den zurückliegenden Tagen der Karwoche haben wir an die letzten Stunden im Leben von Jesus Christus gedacht. In der Nacht vor seinem Tod betete er, dass Gott ihm Leiden und Sterben ersparen möge. Vergebens. Er wurde gefoltert, verhöhnt und grausam hingerichtet. Mit einem Schrei endete sein Leben. Kurz zuvor sprach er noch zu den Frauen, die an seinem Schmerz Anteil nehmen: „Weint nicht über mich, sondern weint über euch selbst und über eure Kinder.“ Jesus verlangt nicht von uns, um ihn zu trauern. Die Karwoche ist die Eröffnung der Solidarität mit allen Weinenden und die Einladung, den Schmerz gemeinsam zu tragen über alle Kontaktverbote hinweg.

Fällt Ostern nun aus? So werde ich gefragt. Wie sehnen wir uns mittlerweile nach Gemeinschaft! Nach Gottesdiensten, gerade zu Ostern! Wie sehr vermisse ich in diesen Tagen Bachs Kantaten in einer voll besetzten Kirche! Wie sehr fehlt das gemeinsame Abendmahl!

Ostern fällt nie aus. Die Erinnerung an die Auferstehung Jesu Christi ist ein Termin für alle Ewigkeit. Auch wenn Angst und Ungewissheit in diesen Wochen unser Leben bestimmen, ist das Heil nicht aus der Welt. Wir werden Ostern feiern, anders als sonst. Aber miteinander verbunden als Gemeinschaft, die die Auferstehung feiert. „Christ ist erstanden“ werden wir singen, in unseren Familien, vielleicht auch allein, vielstimmig und kräftig oder auch ganz leise. Aber wir werden es singen.

Auferstehung durchdringt unser Leben behutsam mit Hoffnung. Auferstehung lässt uns zurückkehren aus Tränen, Schweigen und Ratlosigkeit. Wir dürfen Hoffnung haben. Hoffnung auf Heil in heillosen Zeiten. Denn der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Ich wünsche Ihnen gesegnete Ostertage. Bleiben Sie zuversichtlich!

Ihr

Ralf Meister
Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

Kraft im Gebet

Wir schließen alle Erkrankten und Gefährdeten in unsere Gebete ein, sowie all die Menschen, die diese Zeit in großer Sorge um sich selbst oder um Angehörige, Freunde und Nachbarn erleben:

 „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2.Timotheus 1,7). 

Gottes Begleitung zu spüren, das wünschen wir Ihnen und euch in diesen Tagen und Wochen.

Der Kirchenvorstand

Nachbarschaftshilfe in der Corona-Zeit

Die Gethsemane-Gemeinde vermittelt Nachbarschaftshilfe für Menschen aus Risikogruppen, z. B.:

  • Einkäufe und Botengänge

Wenn Sie Hilfe anbieten möchten oder Hilfe suchen, bitten wir um Ihre Nachricht an Diakonin Elke Beutner-Rohloff (Tel. 2716016) oder an das Gemeindebüro.

Bitte zögern Sie nicht, Hilfe anzunehmen!

Gemeindebüro

Birgit Krause
Tel.: 0511 691419

Pfarramt

Pastor Udo Radewaldt
Tel.: 0511 3941942

Diakonin

Elke Beutner-Rohloff
Tel.: 0511 2716016